Erlebnisbad Calypso Saarbrücken
Presse Erlebnisbad Calypso in Saarbrücken
Saarbrücker Zeitung 18.05. 2001
Graben, betonieren, schweißen, löten
Maßarbeit auf einer Großbaustelle: Besuch bei den Männern, die das Spaßbad gewissermaßen aus dem Boden stampfen
Ob Regen, Schnee, ob glühende Hitze - die Bauarbeiter auf der Spaßbad-Großbaustelle im Deutschmühlental schuften bei jedem Wetter. Die "SZ" hat einen Blick hinter die Kulissen geworfen.
- Von ALEXANDRA RAETZER -
Saarbrücken. Im Whirlpool relaxen, ein paar Bahnen schwimmen, Wasser und Sonne genießen - ab dem 1. Oktober kommen Wasserratten im "Calypso"-Spaßbad auf ihre Kosten. Doch wieviel Schweiß wurde bis dahin vergossen, um die Pläne von Investoren, Architekten und Statikern Wirklichkeit werden zu lassen? 60 bis 70 Arbeiter packen jeden Tag kräftig an, damit das Badeparadies termingerecht fertig wird. Und Wettergott Petrus tat nicht gerade sein Bestes dazu: Die Wege rund um den Rohbau sind aufgeweicht, ein falscher Schritt, und man fällt der Länge nach in den Matsch. Die Profis schreckt das nicht. Mit Helmen und festen Arbeitsschuhen ausstaffiert, sorgen die Männer vom Bau dafür, dass es voran geht. Da wird gegraben, betoniert, verschweißt und gelötet, Schubkarren, Bagger und Krähne setzen sich mit schwerer Last in Bewegung. Bis hierhin ist die Emanzipation noch nicht vorgedrungen. Es ist eine reine Männergesellschaft, die sich zwischen grauem Beton und schweren Maschinen zu schaffen macht.
Der Erste, den wir am Eingang zur Baustelle treffen, ist Richard Schäfer. Er arbeitet für die Firma Gemeinder aus Altenkessel, die für Heizung und Sanitär im "Calypso" zuständig ist. Morgens um 6 Uhr geht es für ihn und die anderen los. Bis 17 Uhr dauert der Tag auf der Baustelle - manchmal beginnt der Feierabend auch ein bisschen früher. Danach fahren die Arbeiter und Handwerker nach Hause zu ihren Familien. "Nur die Leute, die für Firmen von außerhalb arbeiten, übernachten in Hotels in der Umgebung", so Schäfer. Wer ein warmes Mittagessen will, kann sich gegenüber der Baustelle in der Kantine der Hochwald Nahrungsmittel GmbH stärken. Den Termin 1. Oktober haben alle fest im Auge. "Wenn es eng wird, arbeiten wir länger", so Richard Schäfer. Und da man sich auf der Baustelle leicht verlaufen kann, bietet er sich als "Fremdenführer" an. Über schlammige Böden geht es in sein Heiligtum: den Heizungskeller. Das Labyrinth aus Rohren, Armaturen, Messuhren und Kesseln liegt im Untergeschoss des halbfertigen Gebäudes. Jedes Versatzstück ist Maßarbeit, die Rohre werden millimetergenau zurechtgeschweißt. Aber auch draußen gibt es einiges zu sehen. Dort, wo in wenigen Monaten die Sauna stehen wird, befestigen Parilla Sanchez, Josephe Turco und Joachim Korb gerade unterschiedlich lange Eisenstangen. Sie sorgen dafür, dass der Beton stabil wird. Denn Wände und Böden der Gebäude werden nicht als Fertigteile geliefert, sondern vor Ort gebaut. Etwa 11 000 Kubikmeter Beton werden insgesamt verarbeitet, erzählt einer der Arbeiter. Menschen unterschiedlichster Nationalitäten sind auf der Baustelle beschäftigt. Dort spricht man Französisch, hier Spanisch und Italienisch. Aber Verständigungsschwierigkeiten gibt es nicht. "Zur Not muss man halt langsam reden", meint Joachim Krebs. Seit 20 Jahren arbeitet er schon auf dem Bau. Wenn er abends nach getaner Arbeit nach Hause kommt, ist der Feierabend aber noch in weiter Ferne. Denn als alleinerziehender Vater muss er sich auch noch um den Haushalt kümmern. Auch er begleitet uns ein Stück auf unserem Rundgang. Doch Fotografin Iris Maurer will hoch hinaus, genauer gesagt auf einen 32 Meter hohen Kran. Von dort hat man den besten Überblick - ideal für ein Foto aus der Vogelperspektive.
Und man sieht Dinge, die von unten nur schwer zu erkennen sind: Das riesige halbrunde Dach über dem Erlebnisbereich ist schon fast fertig. Selbst die gläsernen Schiebeelemente sind bereits an ihrem Platz. Auch Jens Strauß, einer der Bauleiter, ist auf der Baustelle unterwegs. Er überprüft, ob alles korrekt montiert ist. Denn schließlich dauert es nicht mehr lange, bis das "Calypso" seine Pforten für die Besucher öffnet.
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